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Steuern – Teil 2: Was ist eigentlich Einkommensteuer?

Sparen mit einer Steuererklärung

Die Sparfüchse bei der Steuererklärung

Zuerst was in eigener Sache

Wie schon im ersten Teil unserer Steuerserie erwähnt, bilden unsere Blogbeiträge keine persönlichkeitsbezogene Steuerberatung ab. Warum? Diese sind nur bestimmten Personengruppen vorbehalten (Steuerberater, Lohsteuerhilfsvereine etc.) – siehe StBerG §3. Wenn ihr Fragen zu eurer Steuererklärung habt, wendet euch am besten an einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfsverein. Wir geben euch nur allgemeine Erklärungen bezüglich des Themas „Steuern“, welche für jedermann in den entsprechenden Gesetzen oder Rechtsprechungen zugänglich sind.

Im ersten Steuerbeitrag haben wir Basis-Themen rund um Steuern beschrieben. Unser Ziel war es, euch zur grundlegenden Systematik von Steuern abzuholen. In dem nachfolgenden Beitrag wollen wir uns auf die für euch vielleicht wichtigste Steuerart beschränken – die Einkommensteuer.

Was steckt hinter der Einkommensteuer? – Basiswissen das keinem schadet!

Die Einkommensteuer ist neben der Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer eine von drei Gemeinschaftsteuern. Zusammen haben Sie einen maßgeblichen Anteil an der Finanzierung von Bund, Bundesländer und Gemeinden. Zudem gehört Sie wie im ersten Teil unserer Serie schon beschrieben zu den Besitzsteuern.

Sie wird in Deutschland auf alle Einkommen natürlicher Personen erhoben. Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind unter anderem natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben(§ 1 EStG – Steuerpflicht). Gesetzliche Grundlage bildet das Einkommensteuergesetz (EStG). Dies regelt beispielsweise, welche Einkunftsarten zu verteuern sind:
 
  1. Land- und Forstwirtschaft (§§ 13 – 14a)
  2. Gewerbebetrieb (§§ 15-17)
  3. Selbständige Arbeit (§ 18 )
  4. Nichtselbständige Arbeit (§ 19)
  5. Kapitalvermögen (§ 20)
  6. Vermietung und Verpachtung (§ 21)
  7. Sonstige Einkünfte (§§ 22-23)
 
Auch die Höhe der zu zahlenden Steuer ist unter § 32a im Einkommensteuergesetz geregelt. Neben den Steuertabellen, in denen du deinen Nettoeinkommen ablesen kannst, gibt es im Internet auch zahlreiche Brutto-Netto-Rechner. Mithilfe dieser Rechner (z.B. der Brutto-Netto-Rechner von bbx.de) könnt ihr auch online ganz leicht errechnen, welches Nettoeinkommen ihr verdient und wie hoch eure Steuern und Sozialabgaben monatlich / jährlich sind.

Exkurs: Was war nochmal Brutto und was Netto?

Jetzt haben wir zwei Begriffe eingeworfen, die in Bezug auf Steuern oft genannt werden. „Brutto“ und „Netto“.

Erst mal ganz allgemein: Brutto bezeichnet laut Wikipedia „eine zusammengesetzte Größe“. Wenn diese um „Teile vermindert wird“, wird daraus Netto. Also beispielsweise: Euer neues Smartphone hat – inklusive der Verpackung – ein Gewicht von 300 Gramm. Die 300 Gramm sind das Bruttogewicht. Ohne die Verpackung wiegt es noch 150 Gramm – also ist dies das Nettogewicht.

So ähnlich ist das auch mit dem Einkommen. Das was euch eurer Arbeitgeber an Lohn bzw. Gehalt auszahlt ist das Bruttogehalt. Davon gehen dann Steuern und Sozialversicherungen ab. Das was übrig bleibt, ist das Nettogehalt.
Hier geht's direkt zu unserem Brutto Netto Rechner Aber genug davon, nun weiter mit dem eigentlichen Thema!

Einkommensteuer? – Das regelt doch alles schon mein Arbeitgeber!

Diese Aussage ist so nicht ganz korrekt. Ja, dein Arbeitgeber führt die Einkommensteuer automatisch jeden Monat ab. Dies bedeutet, dass Punkt 4 der oben aufgeführten Einkunftsarten erst einmal abgedeckt sind. Es kann aber natürlich sein, dass du noch weitere Einkünfte z.B. durch eine vermietete Wohnung, Aktien etc. verdienst. In diesem Fall bist du dazu verpflichtet, jene Einkünfte durch eine Steuererklärung zu melden und entsprechend zu versteuern. Dies übernimmt dein Arbeitgeber selbstverständlich nicht für dich. Zudem ist der Satz, dass dein Arbeitgeber bezüglich der Einkommensteuer alles regelt, auch aus einem zweiten Grund nicht ganz korrekt.

Dein Arbeitgeber führt die Lohnsteuer zwar ab - weshalb du dich mit diesem Thema nicht beschäftigen musst und entspannt die Füße hoch legen kannst - einmal im Jahr solltest du diese Bequemlichkeit aber in jedem Falle beiseitelegen! Denn dein Arbeitgeber führt genau den Beitrag ab, den du ohne Nutzung jeglicher Steuervorteile zahlen musst. Durch die Erstellung einer Steuererklärung hast du aber die Möglichkeit, deine Steuerlast zu senken und damit Geld vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Die Steuererklärung! – Doof wer zu viel zahlt!

Wie eben schon angeschnitten, ist es die Steuererklärung dazu da, dein tatsächlich zu versteuerndes Einkommen zu ermitteln. So gibt es beispielsweise einige Fälle, in denen du dazu verpflichtet bist eine Steuererklärung abzugeben – unser Beispiel mit der vermieteten Wohnung und den Aktien.

Bist du das nicht, macht es fast immer Sinn trotzdem eine Steuererklärung zu erstellen. So gibt es beispielweise eine Pauschale für Werbungskosten. Diese liegt bei 1.000€ und reduziert dein zu versteuerndes Einkommen auch ohne Abgabe einer Steuerklärung um diesen Betrag. Solltest du jedoch mehr als ca. 17 Kilometer von deiner Arbeitsstelle entfernt wohnen, kannst du alleine durch die Entfernungspauschale mehr als diese 1.000€ geltend machen.

Welche Möglichkeiten ihr zur Steuererklärung habt:
 
  1. Schriftliche Abgabe der Steuererklärung
  2. Kostenfreie elektronische Abgabe der Steuererklärung mit Hilfe von ELSTER. ELSTER ist ein Angebot aller deutschen Steuerverwaltungen und ermöglicht die elektronische Erstellung der Steuerprüfung inklusive einer integrierten Plausibilitätsprüfung sowie Steuerberechnung.
  3. Kostenpflichtige Steuerprogramme können dir bei der Erstellung deiner Steuererklärung behilflich sein, da sie neben der reinen Datenerfassung auch Tipps zur Steuersenkung beinhalten. Möchtest du die Steuererklärung nicht selbst erstellen gibt es die Möglichkeit dir kostenpflichtige Hilfe durch einen Lohnsteuerhilfeverein zu holen. Diese findest du unter https://www.vlh.de/
  4. Sobald deine persönliche Steuersituation jedoch komplexer ist, empfehlen wir dir die Beratung durch einen Steuerberater. Diese Dienstleistung ist zwar teurer als die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins, jedoch bietet ein guter Steuerberater das beste Expertenwissen das du bekommen kannst.
 

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Bekomm ich also alles das zurück, was ich bei der Steuererklärung absetzen kann?

Das hört man immer öfter. „Kann ich doch von der Steuer absetzen. Bekomme das daher ja wieder zurück“. Dass du 100% von dem was du absetzt wieder zurück bekommst ist leider ein Mythos. Ganz grob lässt sich das wie folgt erklären. Wenn du 1.000€ bei der Steuererklärung absetzt – bspw. durch Werbungskosten – vermindert sich dein zu versteuerndes Einkommen um diese 1.000€. Wenn du ein Einkommen von 35.000€ hast, musst du nur noch auf 34.000€ Steuern zahlen. Du bekommst diese 1.000€ also nicht wieder komplett zurück – es mindert nur dein zu versteuerndes Einkommen.

Wie viel du jetzt genau versteuern musst hängt von vielen Faktoren ab. Bist du verheiratet? Hast du Kinder? Und und und... Wenn du hierzu noch mehr wissen willst, dann wende dich bitte – wie oben beschrieben – an Lohnsteuerhilfsvereine, Steuerberater etc.

Was wollen wir mit dem Beitrag aussagen?

Wir wollen euch dafür sensibilisieren, dass ich euch mit dem Thema Steuern beschäftigt. Das Thema ist für jeden interessant und wichtig. Oft hat man als normaler Arbeitnehmer – oder auch als Student – Kosten, die man von der Steuer absetzen kann! Also informiert euch im Internet, legt euch eine Steuer-Software zu oder lasst euch von Lohnsteuerhilfsvereine, Steuerberatern beraten! Es lohnt sich!

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